AUTOBAHNKIRCHEN. IN DEUTSCHLAND.

Rast für Leib und Seele

Bereits im Mittelalter wurden dem Wanderer, Pilger und Reisenden Andachtsmöglichkeiten in Form von Kapellen und Kreuzen am Wegesrand angeboten. Sie dienten als Orte des Schutzgebetes und der Besinnung, und sie erinnerten die Menschen daran, sich auch auf Reisen immer wieder auf Gott zu besinnen.

Dasselbe tun die Autobahnkirchen heute. Sie laden ein, zur Ruhe zu kommen, sich zu erholen und zu besinnen. Sie sind ein Gegenpol zum Leben auf der Überholspur, hier können Sie Gott und sich selber finden.

Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr eine Autobahnkirche. Sie schätzen vor allem die Ruhe und die Anonymität. Viele von ihnen nutzen das "Anliegenbuch", um ihre Gedanken festzuhalten, viele zünden eine Kerze an und geben eine Spende.

Kriterien für Autobahnkirchen

  1. Die Kirche muss direkte Anbindung an eine Autobahnraststätte bzw. Autobahnabfahrt haben, wobei im letzteren Fall die Entfernung nicht mehr als 1.000 Meter betragen darf. Zusätzlich muss die Zustimmung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gegeben sein. Da eine Autobahnkirche zusätzlichen Verkehr, teilweise sogar Schwerverkehr, mit sich bringt, ist eine Lage innerorts nicht empfehlenswert.
  2. Die Entfernung zwischen zwei Autobahnkirchen an derselben Autobahn sollte mindestens 80 Kilometer betragen.
  3. Parkplätze und sanitäre Anlagen müssen vorhanden sein.
  4. Die Autobahnmeisterei muss eine Beschilderung sicherstellen.
  5. Die Zustimmung der zuständigen Gemeinde und der Diözese bzw. Landeskirche muss gegeben sein.
  6. Der Träger muss bereit und in der Lage sein, Mindestöffnungszeiten von 8.00 bis 20.00 Uhr täglich zu gewährleisten sowie die zusätzlichen Kosten für Energie und Sauberhaltung aufzubringen.
  7. Die Deklaration einer Autobahnkirche muss auf Dauer erfolgen.
  8. Der Innenraum einer Autobahnkirche oder -kapelle sollte so groß sein, dass auch einer Bus-Reisegruppe der gemeinsame Besuch möglich ist.

Studie "Spurwechsel: Gott auf der Autobahn"

Die Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen hat 2007 eine Befragung von Besuchern in Autobahnkirchen in Auftrag gegeben. Es stellte sich heraus, dass in Autobahnkirchen vor allem Menschen gehen, die sonst eher selten in Kirchen zu finden sind: verheiratete Männer über 40 mit mittlerer bis hoher Bildung.

Verheiratete mit Kindern gehen öfter in Autobahnkirchen als Ledige und Katholiken gehen häufiger als Protestanten. Zwei von fünf Besuchern haben sonst wenig Beziehung zur Kirche. Die Autoren der Studie bezeichnen den typischen Besucher als »Autobahnkirchensponti«, seinen Besuch als »eine ungeplante Kurzweilinsel zum religiösen Auftanken«.

Nähere Informationen zur Studie erhalten Sie bei der Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen.

 

Kontaktdaten

Versicherer im Raum der Kirchen Die Akademie Kölnische Straße 108-112 34119  Kassel Telefon: 0561 703413011 Telefax: 0561 703413070 Webseite: www.vrk.de/akademie www.vrk.mobi/akademie